Samstag, 26. Dezember 2015

Donauradweg von Puchenau nach Ottensheim

Wenn man den normalerweise gut ausgebauten Donauradweg gewohnt ist, dann wird man auf der Strecke von Puchenau nach Ottensheim eine herbe Überraschung erleben. Dieser Teil der Strecke führt nämlich, wie extra auf Schildern angegeben, direkt "neben der stark befahrenen B127" entlang.

Es gibt diesen Radweg, und das war es. Auf der anderen Seite gibt es nur eine Bundesstraße, und unten an der Donau führt zwar ein Treppelweg entlang, der aber nur für Fußgänger vorgesehen ist.

Bei der aktuellen Radwegführung gibt es einige Probleme, die einer Hauptradroute unwürdig sind:
  • Nachrang bei Kreuzungen: Bei fast jeder Kreuzung hat man durch Radwegende Nachrang gegenüber dem Autoverkehr. (ausführen). Teilweise wird sogar für Einbahnen, Hauseinfahrten und Tankstellen Nachrang beschildert. Somit wird sichergestellt, das wenn es zu einem Unfall kommt, der Radfahrer schuld ist.
  • Sicht bei Nacht: In der Nacht fahren viele Autos mit Fernlicht. Für Radfahrer wird oft nicht abgeblendet, wodurch man entweder sehr oft stehenbleiben muss, oder Kollisionen mit anderen Radfahrern riskiert. Weiters sind am Radweg durch die Parkplatzbuchten starke Kurven eingebaut, die man in der Nacht leicht übersieht, weil sie überhaupt nicht markiert sind.
  • Lärm: Der Lärm der vorbeifahrenden Fahrzeuge macht ein gemütliches Fahren unmöglich. Es ist nicht möglich sich mit seinem Mitfahrern auszutauschen, wenn gerade Autos vorbeifahren versteht man nicht einmal kurze Zurufe.
  • Führung als Geh und Radweg mit Engstellen: Der Radweg wird fast auf der ganzen Strecke als Geh und Radweg geführt. Dies ist auf den Landstraßenteilen bei guter Sicht kein Problem, allerdings wird der Radweg auch sehr knapp an Hauseinfahrten und Haustoren vorbeigeführt, auf einem Gehsteig der vielleicht 1,5 m breit ist.

Was wäre möglich?

Verbesserung der existierenden Strecke

  • Vorrang Adaptierungen - Durchgehender Vorrang für den Radverkehr
  • Lärmschutzwand und Blendschutz gegen den Verkehr
  • Markierung der Strecke mit Seitenlinien für bessere Erkennbarkeit in der Nacht

Radweg am Treppelweg

Ein Radweg am Treppelweg wäre wohl die beste Lösung. Allerdings ist der Treppelweg auch ein schöner, naturbelassener Fleck. Hier wäre es wahrscheinlich möglich mit feinen Verbesserungen eine gute Radroute für den touristischen Verkehr zu erreichen, und so den Radweg entlang der Straße zu entlasten.

Radweg auf der Wilheringer Seite

Im Hauptradroutenkonzept Großraum Linz war der Radweg auf der anderen Donauseite noch fix eingeplant. Leiter wurde der Plan aus Kostengründen verworfen - die Gemeinde Leonding, die die meisten Kosten zu zahlen hätte, wollte scheinbar nicht mitmachen.

Alternativen

Weite Umfahrung über Leonding nach Asten

Eine andere Alternative für diesen Abschnitt ist eine Umfahrung über Leonding und Wilhering.

Steyregger Brücke - Are you dead yet?

Die Steyregger Brücke ist den meisten Linzern warscheinlich nur als Autoverbindung bekannt. Und wahrlich, zum Radfahren lädt sie nicht ein. aber möglich ist es. Leider nur auf Mehrzweckstreifen neben einer Straße auf der 100 km/h erlaubt sind, und oft bis zu 120 km/h gefahren werden.

Auf dem Mehrzweckstreifen liegen die üblichen Überreste einer Straße auf der schnell gefahren wird: Zerbrochenes Glas und Autoteile. Diese vermitteln einem Radfahrer nicht nur ein unsicheres Gefühl, sondern sie sind auch gefährlich. Leicht kann es auf der Strecke zu einem Platten kommen.

Als Verbindung zum Naherholungsgebiet bei den Donauauen, für Pendler nach Steyregg oder auch um Mountainbikern den Pfennigberg ein wenig näher zu bringen wäre die Strecke optimal. Ich bin allerdings der Meinung das viele Radfahrer von der Strecke abgeschreckt werden.

Ich bitte wenigstens um bessere Markierungen für die Radfahrstreifen, vor allem auf der Steyregger Seite. Auch für die Auffahrten vom Donauradweg wären Richtungsmarkierungen angebracht, es braucht einiges an Erfahrung um die Auffahrt zu finden, die einem dann auf die richtige Fahrspur bringt.

Optimal wäre allerdings eine Verlegung des Radwegs hinter eine weiter in die Straße hineinverlegte Leitplanke, und eine zusätzliche Radfahrerbrücke über den Kanal in den Donauauen. Das dass allerdings Phantasien sind, weiß ich durch meine Erfahrungen mit den Linzer Behörden.

Update: 2016 soll es einen Umbau der Steyregger Brücke geben, bei der Generalsanierung soll auch der Radweg behandelt werden. Hoffen wir das Initiativen wie die Radlobby Oberösterreich und andere Vereine zur Förderung umweltfreundlicher Mobilität hier rechzeitig eingebunden werden.